|
Auszug aus der Geschichte
|
|
|
Der Grundstein zur katholischen Kirche in Wurzen wurde am 4.5.1899 gelegt. Am ersten Advent 1899 konnte die Einweihung stattfinden. Die kirchliche Architektur jener Zeit entwickelte keinen eigenen Baustil; dieser ist der Romantik nachempfunden. Die drei Glocken sind 1924 als Klangstrahlgeläut neu gegossen worden. Das erste Geläut schmolz man im ersten Kriegsjahr 1917. Die Orgel wurde 1939/40 von den Gebrüdern Jehnlich aus Dresden gebaut.
|
![]() |
|
Auszug aus der Geschichte
Mit der Eingliederung des Sorbenlandes zwischen Saale und Elbe in das Deutsche Reich kam um 900 n. Chr. auch der katholische Glaube in das Muldental. Etwa ab 930 n. Chr. wurde in den Burgwarten Püchau und Wurzen regelmäßig katholischer Gottesdienst gehalten. Wurzen wurde im Mittelalter neben Meißen und Bautzen zu einem wichtigen Stützpunkt der Katholischen Kirche in Kursachsen.
|
|
|
Das von Bischof Herwig 1114 gegründete Kollegiatstift Wurzen mit dem Dom St. Marien verwaltete bis 1581 das Archidiakonat (Dekanat) Wurzen, das als westlichen Teil des Bistums Meißen von Jeßnitz und Pouch bei Bitterfeld im Norden bis Colditz und Geringswalde im Süden reichte. Die Mulde bildete damals die Grenze zwischen den Bistümern Merseburg und Meißen.
|
|
|
Etwa ab 1500 war Wurzen Residenz der Meißener Bischöfe, mitten in einem, dem Bischof gehörenden Gebiet, der Terra Wurcinensis, die etwa der nördlichen Hälfte des heutigen Muldentalkreises entsprach. Mit der Priesterausbildung für das Archidiakonat Wurzen förderte das Kollegiatstift insbesondere das Schulwesen in Wurzen, das mit seiner Domschule damals in Kursachsen mit an der Spitze lag.
|
|
|
Mit der Einführung der Reformation 1642 und dem Verzicht Bischof Johann IX von Haugwitz auf den Meißner Bischofsstuhl 1581 erlosch das katholische Leben in Wurzen vollständig. Aus der Bischofsstadt wurde eine der vielen Provinzstädte in Sachsen. Nur Wurzener Stadtwappen, mit dem auf einem Pferd reitenden Bischof, erinnert heute an die Zeit der bischöflichen Residenz.
|
|
|
Erst am Ende des 19. Jahrhunderts sammelte sich in Wurzen wieder eine kleine Gemeinde Katholiken. Es waren hauptsächlich Zugezogene aus den katholischen Regionen Deutschlands, die in Wurzen Arbeit fanden. 1888 wurden 8 katholische Gottesdienste im Jahr in der ehemaligen Gottesackerkirche (Heilig-Geist-Kirche), die bis 1972 auf dem Alten Friedhof stand, genehmigt.Der Gottesdienst wurde von Leipziger Kaplänen gehalten.
|
|
|
Seit 1895 bemühte sich die kleine katholische Gemeinde um den Bau einer eigenen Kirche. Maßgeblich wurde sie dabei vom katholischen Freiherr von Schönberg auf Thammenhain unterstützt.Am 4. Mai 1899 konnte der Grundstein zur Herz-Jesu Kirche, auf einem, am äußersten östlichen Stadtrand von Wurzen gelegenen Grundstück gelegt werden. Nach Plänen des Wurzener Baumeisters Schmidt gelang es das Bauwerk bis zum Wintereinbruch fertigzustellen.
|
|
|
Am 3. Dezember 1899, dem 1. Advent, wurde die neue Kirche von Vikariatsrat Halm aus Leipzig benediziert. Weil der damalige Meißner Bischof Ludwig Wahl erkrankt war, erfolgte die Einweihung erst am 5. Mai 1910 durch Bischof Aloys Schäfer. Seit 100 Jahren hat Wurzen wieder eine, dem Herzen Jesu geweihte katholische Kirche.
|
|
| Um 1900 zählte man in Wurzen etwa 230 Katholiken. 1930 waren es bereits 1.000 Gläubige. Einen sprunghaften Anstieg erfuhr die Wurzener Herz-Jesu Gemeinde nach 1945 durch den Zuzug vieler katholischer Vertriebener. 1950 wurden in der katholischen Wurzener Pfarrgemeinde 5.300 Katholiken gezählt. | ![]() |
| Heute, nach 100 Jahren beträgt die Anzahl der Katholiken der Wurzener Herz-Jesu Gemeinde etwa 1.440 in Stadt und Land. Weitere Einzelheiten zur Geschichte der katholischen Gemeinde in Wurzen können Sie der Broschüre 100 Jahre katholische Herz-Jesu Kirche in Wurzen entnehmen. | |